Pressespiegel ![]() 28.05.2010 Bei vielen Privatanlegern geht derzeit die Angst vor der Transaktionssteuer um. Dabei dürfte diese nur einen kleinen Teil der Kosten ausmachen, die beim Wertpapierkauf anfallen. Wer clever agiert, kann diese Kosten deutlich senken. Zehn Trades pro Jahr mit durchschnittlich 5.000 Euro Volumen. Bei der Handelsaktivität eines durchschnittlich aktiven Anlegers geht die Kostenschere bei den Transaktionsgebühren gewaltig auseinander. Nach Berechnungen des Vergleichsanbieters "Broker-Test" entstehen hier Gebühren von 50 Euro im günstigsten Fall - oder aber mehr als 200 Euro, bei "teuren" Internet-Brokern. Schlechter dran ist nur, wer seine Aktienkäufe und -verkäufe bei einer altehrwürdigen Filialbank durchführen lässt: Bei einer Gebühr von einem Prozent des Transaktionsvolumens würde unser privater Anleger mit 500 Euro pro Jahr zur Kasse gebeten. Der Broker muss zum Anleger passen Die Online-Broker und ihre Gebührenstrukturen unterscheiden sich dramatisch. Je nach Häufigkeit seiner Handelsaktivität, aber auch nach seiner Vorliebe für bestimmte Wertpapierarten kann der Anleger, günstiger - oder weniger günstig - handeln. Generell gilt, je mehr gehandelt wird, desto günstiger werden die einzelnen Transaktionen in der Tendenz. Viele Online-Broker geben so genannten "Viel-Tradern" Rabatte auf ihre Ordergebühren. In vielen Fällen fallen Depotgebühren - so sie denn überhaupt bestehen - ab einer gewissen Zahl von Trades pro Monat oder Quartal ganz weg. Bei der Commerzbank-Tochter Comdirect spart der Anleger monatlich 1,95 Euro, wenn er entweder zwei Trades pro Quartal oder eine Ausführung eines Wertpapiersparplans im selben Zeitraum durchführt. Flat-Fee kontra Prozent-Gebühr Beim klassischen Aktienkauf kann der Investor im Prinzip zwischen zwei Gebührenstrukturen wählen. Üblich ist ein Sockelbetrag von fünf bis zehn Euro, auf den dann noch eine volumenbezogene Gebühr aufgeschlagen wird. Im Fall der 5.000 Euro-Order könnte dies ein Sockelbetrag von 4,95 Euro wie derzeit bei der DAB-Bank sein, zu dem weitere 0,25 Prozent des Ordervolumens (12,50 Euro) aufgeschlagen werden. Mit 17,45 Euro (zu der dann noch die Börsenpesen von 1,50 Euro kommen) für die 5.000 Euro-Order rangiert die DAB-Bank damit im hinteren Mittelfeld der Anbieter. Deutlich billiger wird es mit dem Flat-Fee-Anbieter "Flatex", der inklusive der Fremdspesen nur sechs Euro für eine Kauforder dieser Größenordnung erhebt. Der in Deutschland vertretene italienische Online-Broker "Directa" macht es mit 5,01 Euro sogar noch billiger. Als Sonderfall in der Gebührenstruktur hat die Postbank Gebührenstufen eingerichtet. Bis zum Volumen von 1.200 Euro werden pauschal 7,95 Euro fällig, zwei weitere Stufen folgen. Mit 14,95 Euro für die 5.000 Euro-Order ist die Bank durchaus konkurrenzfähig. Versteckte Kosten in der Order Das Kleingedruckte hält aber noch viele Überraschungen für Anleger bereit, die den Aktienkauf über den einen oder anderen Broker abwickeln wollen. Limit-, Teilausführungs- oder Änderungsgebühren sind eine beliebte Form versteckter Kosten, die bei reinen Vergleichen von Transaktionsgebühren nicht auftauchen. Wer etwa ein Limit bei seiner Order setzt, um eine Ausführung nicht zu einem "schlechten Preis" zu erhalten, wird bei vielen Brokern mit 2,50 bis fünf Euro zur Kasse gebeten. Oft wird diese Gebühr auch nur dann erhoben, wenn die Ausführung wegen des gesetzten Limits nicht zustande kam. Ärgerlich sind oft auch Teilausführungen, bei denen oft die Basisgebühr zwei- oder mehrfach erhoben wird, weil die Teilausführungen jeweils als komplett neue Orders behandelt werden. Schnell und günstig: Außerbörslicher Handel Wer einen garantierten Preis für seine gesamte Order erreichen will, kann dies oft zu günstigen Preisen über den außerbörslichen Handel tun, den viele Anbieter offerieren. Flatex etwa bietet den außerbörslichen Handel von Aktien, aber auch Fonds und Zertfikaten zum Festpreis von 5,90 Euro an. Durch den Wegfall der Fremdgebühren der Börsen ist dies zudem billiger als die gleiche Order über Xetra oder die Börse Frankfurt. Allerdings sollte man hier die angebotenen Kurse mit denen an den jeweiligen Börsenplätze vergleichen, um nicht "schlechter bedient" zu werden. Im Handel mit Derivaten wie Zertifikaten oder Optionsscheinen ist der außerbörsliche Handel bereits seit Jahren eine sinnvolle und kostengünstige Alternative zum Börsenhandel. Hier gehen bei vielen Anbietern die Transaktionskosten gegen null. Wer etwa bei der DAB-Bank Produkte des Kooperationspartners HSBC Trinkaus ordert, kommt derzeit in den Genuss einer "No-Fee"-Aktion. Bei der Onvista Bank ist der Handel mit Bonus-Zertifikaten von HSBC kostenlos ebenso wie der Kauf und Verkauf von bestimmten Hebelprodukten der Citigroup. Quelle/Medium: boerse.ard.de vom 28.05.2010 |