Beiträge

Nach den besonders umsatzstarken Monaten November und Dezember sehen wir im Januar ein leicht verändertes Datenfeld. Die Insider hielten sich vornehm zurück, es wurden lediglich kleinere Transaktionen getätigt. Das änderte dabei jedoch wenig an der allgemeinen Haltung. Die Insider-Daten sprechen nach wie vor für die anhaltende Skepsis. Kaufstimmung sieht anders aus.

Die Zahlen zum Januar

Auf der Kaufseite agierten die Insider besonders selektiv. Die vorliegenden 18 Transaktion brachten lediglich ein Volumen von knapp über 3,5 Millionen Euro zusammen. Es gibt damit noch vereinzelt Werte, in die eingestiegen wird – diese bilden jedoch eine Ausnahme. Das einzig positive Beispiel hierbei war der Insider-Kauf bei der Beiersdorf AG zum Kurstief mit knapp einer Million Euro. Alle anderen gekauften Werte waren uns bereits aus den Vormonaten bekannt.

Die Verkaufsseite setzt sich aus 20 Einzeltransaktionen und einem Volumen von knapp 15 Millionen Euro zusammen. Damit lagen wir jedoch deutlich niedriger als in den Vormonaten, es ergab sich sogar der niedrigste Stand seit Juli 2010. Zwar lag auch im Januar insgesamt ein Kapitalabfluss vor – dieser fiel mit gut 10 Millionen jedoch verhältnismäßig gering aus. Auch hier herrschte also Zurückhaltung.

Interpretation

Für die Insider-Analyse lautet die zentrale Frage stets, wie sich die Masse der Insider verhält. Wie Sie anhand des Bildes schön sehen können, sind dabei vor allem die Verteilungen hinsichtlich Quantität und Volumen von Belang. Hier zeichnet sich damit auch im Januar ein klares Bild: An den aktuell weiter steigenden Notierungen am Markt haben die Insider keinen Anteil.

Die insgesamt geringen Umsätze lassen dennoch darauf schließen, dass die Insider weiterhin investiert geblieben sind. Große Kapitalabzüge wie noch in den beiden Monaten zuvor blieben diesmal aus. Die Insider scheinen derzeit abzuwarten. Dem aktuellen Aufschwung wird in seinem sehr fortgeschrittenen Stadium kein Vertrauen mehr geschenkt. Die anhaltenden Gewinnmitnahmen sprechen immer noch für breite Skepsis.

Sondereffekte

Allerdings konnten wir auch beobachten, dass die Zahlen durch Sondereffekte belastet sind. So blähten vor allem die Insider-Verkäufe bei Pfleiderer und Conergy die Verkaufsseite auf. Hier haben wir es mit zwei Unternehmen zu tun, die trotz des Aufschwunges in ernste Bedrängnis geraten sind. Das sehen Sie schon anhand der jeweiligen Kurscharts.

Diese beiden Unternehmen generierten im Januar Insider-Verkäufe von insgesamt rund 7,4 Millionen Euro und sind damit für die Hälfte des Umsatzes verantwortlich. Sie sollten es als bedenkenswert ansehen, dass es nicht allen Unternehmen in Deutschland gut geht. Wahrscheinlich werden diese beiden auch nicht die letzten gewesen sein, die in Bedrängnis geraten. Auch dies ist also in den Januar-Zahlen enthalten.

Wie geht es weiter?

Die Januar-Daten lassen darauf schließen, dass die Insider den Markt derzeit seht zurückhaltend beobachten. Erneute Kaufimpulse sind im aktuellen Marktumfeld schwer vorstellbar. So lange der Markt jedoch weiter steigt, wird sich niemand entmutigen lassen. Nachdem die Insider jedoch schon Ende 2010 etliche Schäfchen ins Trockene brachten, sollten Sie für das Frühjahr 2011 ganz besonders auf der Hut sein. Es scheint sich da etwas anzubahnen.

Mit 2010 ging für den Aktienmarkt ein versöhnliches Jahr zu Ende. Der DAX konnte die Marke von 7.000 bislang bewahren und im Dezember sogar noch einmal ein neues Hoch markieren. Derzeit wird überall munter geraten, wie viel höher wir Ende 2011 stehen werden. Auch 2011 sind wir jedoch vor Rückschlägen nicht gefeit. Die Insider liefern gleich zu Beginn eine erste Negativ-Indikation.

Die Dezember-Daten

In der monatlichen Insider-Analyse werten wir die Daten aller erfassten Insider-Transaktionen des Insider-Alarms aus. Im Monat Dezember wurden insgesamt 59 Transaktionen gezählt, davon fanden sich je 27 auf Seite der Käufer und 32 bei den Verkäufen. Quantitativ überwiegen die Verkäufe damit knapp mit einem Anteil von 54,2 Prozent.

Interessanter sind die Zahlen zum Volumen. Für über 50 Millionen Euro kauften die Insider Aktien zu, der höchste Wert seit Mai. Allerdings wurden auf Verkaufsseite Umsätze von über 150 Millionen Euro getätigt. Das führt zu einem Netto-Kapitalabfluss von über 100 Millionen Euro. Das ist eine immens hohe Summe, verglichen mit den Vormonaten. Insgesamt überwogen damit die Verkäufe stark.

Ursachen für das Insider-Verhalten

Wenn Sie sich also fragen, woher diese Zahlen rühren, dann ist der lang anhaltende Trend und der hohe Stand am Aktienmarkt sicherlich als erster Grund zu nennen. Viele Insider haben das Jahr über große Gewinne angehäuft und diese nun zum Jahresende vorsorglich mitgenommen. Sie müssen bedenken, dass die aktuelle Bewegung im DAX sich schon über mehr als 1.000 Punkte erstreckt, ohne das eine Marktkorrektur stattgefunden hat.

Außerdem waren die größten Volumen eindeutig vor den Feiertagen anzutreffen. Es ist nicht unüblich, Gewinne mitzunehmen, wenn man den Markt einige Zeit nicht im Blick hat. Auch die Insider haben schließlich die freien Tage genießen wollen. Sicherlich hat der eine oder andere auch einer erwarteten Januar-Korrektur vorbeugen wollen. In jedem der letzten drei Jahre 2008, 2009 und 2010 wurde zu Jahresbeginn erst einmal stark verkauft.

Die Luft wird dünner

Sie müssen stets daran denken, dass Unternehmens-Insider einen langfristigen Anlagehorizont besitzen und sehr strategisch und risikoscheu agieren. Ein Insider-Kauf beziehungsweise Verkauf stützt sich in der Regel auf eine Fülle markanter Informationen. Genau dieser Umstand ist es schließlich, der die Insider-Transaktionen so wertvoll für uns macht.

Es ist nicht so, dass die Insider im Dezember panisch den Markt verlassen haben, dazu ist die Käuferseite volumenmäßig viel zu stark ausgeprägt. Das Marktumfeld im Dezember hat Verkäufe einfach eher begünstigt. Die Handelsumsätze waren dünn – und weit konnte sich der DAX nicht von den 7.000 Punkten entfernen. Sie können das Insider-Verhalten mit den Worten vorsorglich und vorsichtig beschreiben. Durchaus passend!

Fazit

Die Deutsche Wirtschaft ist zu Beginn des neuen Jahres gut aufgestellt, auch sind viele Aktien generell nach wie vor günstig bewertet, denn die Gewinne der Unternehmen sind fraglos vorhanden. Allerdings haben die Insider im Dezember vorsorglich Gewinne eingestrichen, das passt zum hohen Stand im DAX. Große Käufe werden wir wohl erst mit der nächsten Korrektur sehen – und auf diese scheinen die Insider momentan zu warten.

Der Oktober ist ein gütiger Monat am deutschen Aktienmarkt gewesen. Der DAX überwand tatsächlich seine alten Hochs und setzte zugleich zu einer fulminanten Jahresend-Rallye an, die immer noch im Gange ist. Im Zuge dieser Entwicklung ist es besonders aufschlussreich, einmal das Verhalten der Marktinsider genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu fallen im Insider-Alarm jeden Monat genügend Daten an.

Leichte Steigerung

Dass es seitens der Situation bei den Insidern eine gewissen positiven Effekt gegeben hat, zeigt unser Sentiment-Indikator auf den ersten Blick. Dieser konnte sich im abgelaufenen Monat leicht um 0.2 Basispunkte nach oben schieben und notiert nun wieder positiv. Im Vergleich zum September fiel der Abfluss von Kapital nur noch gering aus. Hinsichtlich des Volumens halten sich Käufe und Verkäufe mit einem Verhältnis von 46 zu 54 Prozent einigermaßen die Waage.

Auffallend positiv ist die quantitative Mehrheit bei den Käufen. Mit stolzen 81 Prozent Kaufanteil wurde hier der höchste Wert seit Mai gemessen. Die Insider sind also an den verschiedensten Ecken im Markt als Käufer aktiv. Dabei fallen die Positionen jedoch in der Regel klein und vorsichtig aus. Dennoch zeigen sie ein breites Interesse an verschiedensten Unternehmen und rennen dem Markt keinesfalls davon.

Bereits stark investiert

Man muss berücksichtigen, dass die meisten Insider den Markt schon lange betreten haben. Es geht ja mit einer gewissen Firmenloyalität einher, Aktien des Arbeitgebers zu besitzen. Daher fanden sich große Zukäufe vorrangig in den Phasen, als die Kurse noch günstig waren, in den Jahren 2008 und 2009. Oftmals treten sie also nun auf der Verkaufsseite auf, um Gewinne mitzunehmen.

Während der DAX aus der Seitwärtsphase ausbrach und viele Charts einzelner Unternehmen es im gleich taten, beteiligten sich die Insider am jüngsten Anstieg jedoch nur marginal. Auch die laufende Berichtssaison hatte kein auffälliges Kaufvolumen zum Anlass. Obwohl der Oktober ein starker Monat gewesen ist, hielten sich die Insider am erneuten Kursaufschwung vornehm zurück. Das Gesamtvolumen ist auf dem niedrigsten Stand seit dem Urlaubsmonat Juli vorzufinden.

Gesunde Skepsis

Sie können den Insidern damit eine gesunde Skepsis attestieren. Irgendwo passt diese ja auch zur Realität. Die aktuelle Hausse ist mitunter ja der lockeren Geldpolitik der Amerikanischen Notenbank und dem allgemein günstigen Investitionsklima geschuldet. Man spricht, wie Sie wissen, offen von einer Liquiditätsschwemme, die nicht nur die Aktienmärkte erfasst. Dafür wird die weitere Verschuldung der Staaten scheinbar blind in Kauf genommen.

Mit einem vernünftigen und nachhaltigen Geschäftssinn, wie ihn die deutschen Vorstände und Aufsichtsräte besitzen, haben diese internationalen Verhaltensweisen wenig zu tun. Unsere Konzernlenker wissen, dass sich nur begrenzt Schulden machen lässt. Noch vor einigen Monaten durften manche von ihnen erfahren, wie es ist, wenn es plötzlich schwieriger wird, Kredite überhaupt zu bekommen – Stichwort Finanzkrise. Es ist gut vorstellbar, dass die Mehrheit der Insider schon eher der harten Landung im nächsten Jahr entgegensieht, wenn das Wirtschaftswachstum weltweit wieder geringer ausfallen soll.

Fazit

Insgesamt halten sich die Insider gegenwärtig bedeckt. Selektive Käufe gehen einher mit punktuellen Gewinnmitnahmen. Es wurde weder euphorisch eingekauft noch panisch aus den Investments geflohen. Dies deutet darauf hin, dass der aktuell vorliegende Anstieg schon das Ende der Bewegung einläuten kann, die im Frühjahr 2009 begonnen hat. Das soll den DAX nicht daran hindern, auch noch über die 7.000 zu steigen – nur liegen die größten Gewinne, wenn es nach den Insidern geht, eben schon hinter uns.